Kilianskirche war zum Dankgottesdienst bis auf letzten Platz besetzt
Vor 40 Jahren Grundstock für Beschützende Werkstätte gelegt
Mit einem beeindruckenden Dankgottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Heilbronner Kilianskirche erinnerte die Beschützende Werkstätte Heilbronn am Sonntag (24. Juni 2007) anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens an die „Aktion Nächstenliebe zugunsten einer Beschützenden Werkstätte für geistig und körperlich behinderte Kinder“.
Zahlreiche Stühle mussten zusätzlich in die Kirche gestellt werden, um allen Teilnehmern aus der ganzen Region Heilbronn-Franken einen Platz anbieten zu können. Pfarrer Rainer Hinzen als geschäftsführender Vorstand der Beschützenden Werkstätte war beeindruckt: „Die Kirche ist voll. Das ist sehr schön.“
Der Heilbronner Prälat Hans-Dieter Wille stellte das Sehen und Ansehen des „Anderen“ in den Mittelpunkt seiner Predigt. Er munterte dazu auf, „auf Augenhöhe“ mit Behinderten zu kommunizieren, sie anzublicken und anzunehmen als „Menschen mit einem Namen.“ Die Botschaft müsse heißen: „Ihr gehört zu uns.“ Wille riet auch zur Eigenbesinnung: „Sind wir nach alle ein wenig auf gute Blicke und gute Worte angewiesen? Wir alle brauchen Zuwendung und Anerkennung.“ Der Prälat warnte davor, Menschen mit Behinderung „auszusortieren“: „Diese Versuchung ist allgegenwärtig“ - oft mit bester therapeutischer Absicht. Gerade der Schutz von Behinderten sei eine „bleibende Aufgabe“ für uns alle.
„Dankbar“ müsse man sein, dass Menschen mit Behinderung in der Beschützenden Werkstätte „in guten Händen“ seien. Dort würden ihnen Chancen gegeben und das Gefühl vermittelt: „Mir gelingt etwas. Ich tue etwas Sinnvolles. Ich leiste etwas, das einen Nutzen hat. Ich bin gemocht und werde respektiert.“
Der Dankgottesdienst wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beschützenden Werkstätte mit gestaltet. Unter Leitung von Pfarrerin Mirja Küenzlen vom Diakonischen Werk Württemberg sprachen Das Gottesdienstteam, das die Gebete und die Schriftlesung las, waren: Gabriele Landgrebe, Gerhard Schoch, Christina Scharfenberg, Heidrun Bächle und Daniel v. Ribbeck. Gebete und Worte aus der Bibel. Eine Bildmeditation unter dem Titel „Sonne über den Bäumen“ ließ Gedanken entwickeln. Die Band „Better Than“ spielte Songs von U2 und Pink Floyd. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es in der Kirche einen Empfang
Mit der „Aktion Nächstenliebe“ begann die „Heilbronner Stimme“ 1966 eine Spendensammlung mit beachtlichem Erfolg. Dank der Leser konnte mit 174.000 Mark der Grundstock für den Bau der Beschützenden Werkstätte gelegt werden. Am 14. Juni wurde die Spende im Rahmen eines Stadionfestes unter dem Motto „Musik und Sport“ übergeben. Ein halbes Jahr später wurde am 24. Januar 1967 der Verein „Beschützende Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte Heilbronn e.V.“ gegründet, am 15. November 1967 in der ehemaligen „Wagenhalle“ der Städtischen Verkehrsbetriebe am Heilbronner Hauptbahnhof die erste Werkstatt für 16 Menschen mit Behinderung eröffnet.

Das Gottesdienstteam, das die Gebete und die Schriftlesung las, zusammen mit Pfarrer Rainer Hinzen und Mirja Küenzlen: Gabriele Landgrebe, Gerhard Schoch, Christina Scharfenberg, Heidrun Bächle und Daniel v. Ribbeck (nicht auf dem Bild).

Better Than Mitglieder sind: Christian Eger, Sabrina Enderle, Benjamin Esser, Carmen Käpple (Sängerin), Yvonne Rosenberger und Markus Starz (die letzten drei sind angestellte MA)

Bildmeditation Sonne über den Bäumen von Susann Callenius.

Bildmeditation Sonne über den Bäumen von Susann Callenius.


Prälat Hans-Dieter Wille hatte aufmarksame Zuhörer bei seiner Predigt.

Die große Festgemeinde vor dem Hochaltar.

Für die Besucher aus der ganzen Region gab es einen Imbiss.

Der Förderverein informierte über seine Arbeit.
Weitere Infos zu 40 Jahre Beschützende Werkstätte
