Wechsel an der Beschützenden Werkstätte Heilbronn
Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut als Vorstand eingeführt
Nach 14 Jahren erfolgreicher Tätigkeit von Pfarrer Rainer Hinzen gibt es in der Beschützenden Werkstätte Heilbronn e.V. einen Führungswechsel. In einem Gottesdienst in der Kilianskirche Heilbronn wurde am Freitag (24. April 2009) Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut (41) als neuer Vorstand eingesetzt und Rainer Hinzen (50) vom Heilbronner Prälat Hans-Dieter Wille in seine neue Aufgabe als Vorstandvorsitzender der Diakonie Stetten e.V. verabschiedet: „Sie werden gute Spuren hinterlassen.“ Dem neuen Werkstätten-Leiter gab der Prälat mit auf den Weg: „Entscheidend wird sein, dass die Behinderten und ihre Angehörigen die Erfahrung machen: Wir sind in guten Händen.“ Die Diakonie und ihre Einrichtungen müssten „Räume des Vertrauens und der Wahrhaftigkeit“ sein. Mit Instrumentalmusik des Duos „sona nova“ und Gebetsworten der Mitglieder des Werkstattrates bekam der Gottesdienst eine besondere Prägung.
Pfarrer Rainer Hinzen war seit 13. Oktober 1996 Vorstand der Beschützenden Werkstätte Heilbronn, die er zu einer modernen Einrichtung umgewandelt hat. „Ethische Orientierung und Mut zum Widerspruch“ nannte er in einem Wort an seinen Nachfolger als wichtige Voraussetzungen für die Übernahme der Verantwortung für fast 1700 Menschen: „Zur Verwirklichung des Rechts der Menschen mit Behinderungen auf Teilhabe und Selbstbestimmung braucht es angemessene Unterstützung und manchmal auch Schutz vor einer Ideologie, die den Schutz der Schwachen und Hilfebedürftigen für unvernünftig und vernachlässigbar erklärt.“ Er glaube, dass die Werkstätte bei Hans-Christoph Ketelhut „in guten Händen ist und auch in den nächsten Jahren erfolgreich ihren Auftrag erfüllen wird“. „Er hat die Gabe, dass er anderen nicht in der Sonne steht“, charakterisierte Pfarrer Wilfried Braun aus Michelbach/Bilz als ehemaliger Vikarsvater und zweiter Zeuge der Amtseinführung Hans-Christoph Ketelhut, der zuletzt seit 2001 Leiter Personal beim Evangelischen Diakoniewerk Schwäbisch Hall e.V. war.
In seiner Predigt stellte Ketelhut das Bild des Leibes, der „aus verschiedenen Gliedern besteht und doch eine Einheit darstellt“, in den Mittelpunkt. Neben der äußeren Einheit als unter einer Leitung stehendes sozialwirtschaftliches Unternehmen mit vielen „Gliedern“ an acht Standorten der Region gebe es die innere und inhaltliche Einheit als Orientierung und Aufgabe: „Diese unterschiedlichen Glieder unterstützen sich gegenseitig nach dem Maß ihrer Kraft.“ Die Beschützende Werkstätte sei als Teil der Kirche „Glied des sie selbst übergreifenden Leibes Christi“.
In zahlreichen Grußworten wurde bei der Abschieds- und Willkommensfeier in den Werkstätte-Räumen in Heilbronn die Arbeit von Rainer Hinzen gewürdigt und Hans-Christoph Ketelhut Mut gemacht. Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach würdigte die „mit viel Herzblut“ erfolgreich durchgeführte „stetige Modernisierung“ der Werkstätte. Kirchenrätin Heike Baehrens stellte fest: „Die Beschützende Werkstätte ist heute einer der großen und innovativen Träger in Baden-Württemberg.“ Werkleiter Albrecht Reimold von der Audi AG Neckarsulm kündigte weitere Aufträge an: „Die Beschützende Werkstätte ist ein idealer Partner für Audi.“ Mitarbeitervertretungen boten ihre gute Zusammenarbeit an. Dr. Bärbel Freier, Vorsitzende des Verwaltungsrates, sieht in Ketelhut „eine Persönlichkeit, die unsere Wertgrundsätze teilt“. Brigitte Kasiske, Vorsitzende der Gesamtangehörigenvertretung, fasste im Blick zurück und nach vorne zusammen: „Das Feld ist sehr gut bestellt.“ Die Feier wurden musikalisch von der Trommlergruppe der Beschützenden Werkstätte Schwäbisch Hall und der Werkstätten-Band „Better Than“ gestaltet.
Zur Person
Hans-Christoph Ketelhut ist am 26.10.1967 in Neustadt am Rübenberge geboren. Er ist verheiratet und hat drei Töchter. Seinem Studium der Evangelischen Theologie in Tübingen und Heidelberg schloss er ein Studium der „Betriebswirtschaftslehre Krankenhauswesen“ an der Berufsakademie Stuttgart an. Im Vikariat in der Kirchengemeinde Westheim-Uttenhofen sammelte er praktische seelsorgerische Erfahrung. Seit 2005 ist er Pfarrer im Ehrenamt. 2001 wurde er Leiter Personal beim Evangelischen Diakoniewerk Schwäbisch Hall e.V.. Zu seinen Hobbys gehören Musizieren (alle Arten von Blockflöten und Baritonhorn), Fahrrad fahren und Bücher.
Rainer Hinzen ist am 26. April 1959 in Duisburg geboren und verbrachte die Schulzeit in Menden im Sauerland, wo er aktiv in der kirchlichen Jugendarbeit mitwirkte. Das Studium der Theologie führte ihn anschließend nach Bethel, Münster, Tübingen und Bonn. Neben theologischen Tätigkeiten in Stuttgart-Neugereut, Winterbach und Bietigheim-Bissingen bereitete sich Rainer Hinzen mit Betriebswirtschafts- und Management-Studien auf die Aufgaben einer Führungskraft vor. 1995 folgte er dem Ruf der Beschützenden Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte Heilbronn e.V. in das Amt des geschäftsführenden Vorstandes.
Seit 2002 ist Hinzen stellvertretender Vorsitzender und inzwischen Vorsitzender des Fachverbandes Behindertenhilfe im Diakonischen Werk Württemberg. Im Oktober 2008 wurde er einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Stetten gewählt. Die Einrichtungen der Diakonie Stetten haben über 3400 Mitarbeiter und können in weiteren Einrichtungen wie Berufsbildungswerk Waiblingen, Kurhaus Bad Boll, Diakonie Landgut Holzdorf und anderen über 6300 Menschen mit Behinderungen, arbeitslose Frauen und Männer, Menschen mit psychischer Erkrankung sowie Senioren fördern und fachlich begleiten.
Hans-Christoph Ketelhut bei seiner Predigt in der Kilianskirche Heilbronn.
Wechsel in der Beschützenden Werkstätte Heilbronn mit (von links) Albrecht Reimold (Werkleiter Audi AG Neckarsulm), Brigitte Kasiske (Vorsitzende Gesamtangehörigenvertretung Beschützende Werkstätte), Heike Baehrens (Kirchenrätin und Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg e.V.), Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, Pfarrer Rainer Hinzen mit Frau, Prälat Hans-Dieter Wille und Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut mit Frau.
Herzliches Willkommen: Brigitte Kasiske, Vorsitzend der Gesamtangehörigenvertretung, und Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut.
Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut ist neuer geschäftsführender Vorstand der Beschützenden Werkstätte Heilbronn.
Pfarrer Rainer Hinzen, Axel Lehmann (Vorsitzender des Fördervereins der Beschützenden Werkstätte) und Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut.
Alle Bilder: Beschützende Werkstätte Heilbronn/Gerhard Schwinghammer
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