Beschützende Werkstätte Heilbronn hat Krisenjahr gut überstanden
Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut ein Jahr an der Spitze
Pläne für die Umsetzung der UN-Konvention und „ZukunftsWerkstatt“

Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut ein Jahr an der Spitze

Die Beschützende Werkstätte Heilbronn hat das Wirtschafts-Krisenjahr 2009 gut überstanden. Zwar gab es an den verschiedenen Standorten teilweise deutliche Einbrüche insbesondere im Bereich der Automobilzulieferer. „Da wir viele Kunden haben, konnten wir in anderen Bereichen auch Zuwächse verzeichnen“, sagte Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut, Geschäftsführender Vorstand der Werkstätte, in Heilbronn. Als Beispiel nannte er den Solarbereich. „Dass wir breit aufgestellt sind, hat uns in dieser Situation geholfen.“ Dass inzwischen wieder Aufträge zurückkommen, deute auf den Aufschwung hin und sei eine Bestätigung der Qualitätsarbeit der Mitarbeiter mit Behinderung. Die vorsichtigen Planungen für 2010 seien im ersten Quartal erfüllt worden.

Hans-Christoph Ketelhut hatte die Leitung der Beschützenden Werkstätte Heilbronn mit 1200 Mitarbeitern im Werkstattbereich und 365 Wohn- und Betreuungsplätzen in Heilbronn-Böckingen, Heilbronn-Kirchhausen, Bad Friedrichshall, Talheim, Ingelfingen, Künzelsau, Schwäbisch Hall und Crailsheim übernommen. Er habe sie als eine Einrichtung wahrgenommen, die in allen Bereichen der Behindertenhilfe „modern und initiativ am Puls der Zeit“ und in der Region „hoch geschätzt“ sei. Als wichtige Zukunftsaufgabe nannte Ketelhut die Umsetzung der für Deutschland seit 2009 rechtsverbindlichen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: „Unsere Aufgabe besteht darin, die individuellen Erwartungen dieser Menschen zu realisieren. Die Gesellschaft muss so gestaltet werden, dass sie integriert sind.“ Dezentrales Wohnen mit ambulanter Betreuung gehöre ebenso dazu wie die schrittweise Annäherung an den allgemeinen Arbeitsmarkt. Eine Differenzierung der Betreuungsangebote sei dazu in allen Bereichen notwendig: „Wir werden für den Einzelnen das anbieten müssen, was für ihn passt.“ Die Beschützende Werkstätte Heilbronn könne dabei auf Bewährtes an den Standorten setzen, entwickle aber auch neue Konzepte zum Beispiel mit dem seit Januar 2010 tätigen Integrationsunternehmen „ChancenWerkstatt“. Beides, Bewährtes und Neues wird es in der Zukunft geben. Neben dem Ausbau ambulanter Angebote werde es weiterhin auch stationäre Angebote geben müssen. Besondere Bedeutung bekomme der Förder- und Betreuungsbereich. Mit dem Projekt „ZukunftsWerkstatt“ werden die Mitarbeiter und Bewohner mit Behinderung in die Zukunftsplanung einbezogen. Bis November sollen Ergebnisse vorliegen.

Pfarrer Ketelhut zeigte sich besorgt, ob die Entwicklung der öffentlichen Haushalte die Bereitstellung der Finanzmittel für die notwendigen Veränderungen ermögliche. Die Beseitigung der erwarteten Diskrepanz zwischen den Anforderungen der UN-Konvention und der zur Verfügung stehenden Finanzmittel sei die „Herausforderung der Zukunft“. Die Kommunen und Kreise könnten aber am Rechtsanspruch der Menschen mit Behinderung nicht vorbeigehen.

Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut ein Jahr an der Spitze

Werkstätte in Öhringen geplant – Erweiterungen an vielen Standorten

Die Beschützende Werkstätte Heilbronn hat Platzbedarf. Insbesondere die Werkstätten in Hohenlohe sind laut Vorstand Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut überbelegt, die stationären Wohnangebote in Heilbronn ausgelastet. Um den steigenden Bedarf anzupassen, seien in den nächsten fünf bis sieben Jahren Baumaßnahmen notwendig. Ein neuer Werkstatt-Standort wird in Abstimmung mit dem Hohenlohekreis in Öhringen geplant. Erweiterungen sind für Schwäbisch Hall und Crailsheim vorgesehen. In Bad Friedrichshall wird der Förder- und Betreuungsbereich vergrößert.

 

 

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