„Klingende“ Teamarbeit für die Beschützenden Werkstätte Crailsheim
Bosch-Auszubildende und Menschen mit Behinderung bauten einen Glockenturm
„Es war eine tolle Teamleistung“, ist Dieter Bögelein, Standortleiter der Beschützenden Werkstätte in Crailsheim, begeistert. Sieben Auszubildende der Robert Bosch GmbH vom Geschäftsbereich Verpackungstechnik in Crailsheim bauten zusammen mit Menschen mit Behinderung einen Glockenturm. Bögelein: „Es war ganz wichtig, dass unsere Mitarbeiter und die Bosch-Auszubildenden sich selbst und ihr jeweiliges Arbeitsumfeld kennen gelernt haben.“
Ein halbes Jahr lang erlebten junge Menschen aus der Bosch-Ausbildungswerkstatt im Rahmen eines Sozialprojektes den Umgang mit dem Behindertendasein und die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung. Hermann Bahle und Peter Stephan, Gruppenleiter der Beschützenden Werkstätte sowie Projektleiterin Kerstin Kopp („Wir sind alle sehr stolz.“) und Ausbildungsleiter Werner Munzinger von Bosch, der zusammen mit Günther Rogner von der Werkstätte Ideengeber war, betreuten die „klingende“ Aktion. Weitere Teilnehmer des Projektes waren die Bosch-Auszubildenden Fabian Freier, Thomas Haas, Sebastian Eckelhardt, Karsten Geiß, John Philipp Doubek und Julia Stimpfig.
Im November 2009 war Projektstart. Am 26. Mai wurde die drei Meter hohe und etwa 400 Kilogramm schwere Edelstahlkonstruktion auf dem Gelände der Beschützenden Werkstätte in der Roßfelder Straße in Crailsheim von Bosch-Auszubildenden und Mitarbeitern aus der Werkstatt aufgebaut. Dazu schwebte der Glockenturm zunächst am Haken eines Autokrans über der Werkstatt, bevor er auf das Fundament im Innenhof gesetzt wurde. Das Glockenturm-Dach wurde im Team mit Mitarbeitern der Beschützenden Werkstätte in der Blechbearbeitung bei Bosch erstellt und im Team montiert. Pfarrer Ulrich Wildermuth vom Pfarramt Crailsheim-Altenmünster weihte den Glockenturm ein: „Die Glocke soll uns sammeln und mahnen.“ In Zukunft wird sie regelmäßig zur Andacht läuten. Passend zum Ereignis rezitierte Kerstin Kopp Friedrich Schillers berühmtes Gedicht von der „Glocke“.
Bei der Einweihung betonte Kurt Stefan Klaiber, Standortleiter bei Bosch in Crailsheim, zur Zielsetzung des 1. Projektes dieser Art: „Für uns sind behinderte Menschen gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft und des Geschäftslebens. Ihre Förderung und Integration in das Unternehmen und die respektvolle Zusammenarbeit untereinander sind wesentliche Grundsätze unserer Unternehmenskultur. Hier am Standort Crailsheim und weltweit bei Bosch.“ Diese Phase des gemeinsamen Kennenlernens mit „tollen Eindrücken von der Leistungsfähigkeit und Begeisterungsfähigkeit“ des Teams solle noch lange nachhallen. Personalleiter Markus Follmann ergänzte: „In das dritte Ausbildungsjahr haben wir die Bearbeitung eines Sozialprojektes fest integriert. Dabei lernen die Azubis, Projektleitung zu übernehmen und sozial zu handeln. Wir suchen schon das nächste Projekt.“
Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut, Vorstand der Beschützenden Werkstätte Heilbronn, begrüßte die Erweiterung der Zusammenarbeit in Form des Sozialprojektes: „Uns ist es ein großes Anliegen, Kontakte und Beziehungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gerade auch in der Arbeitswelt herzustellen und zu intensivieren. Die Durchführung gemeinsamer Projekte mit Auszubildenden stellt hier eine gute Möglichkeit dar, aufeinander zuzugehen, gemeinsam zu arbeiten und miteinander und voneinander zu lernen“. Die Glocke sei ein hörbares Zeichen guter Zusammenarbeit von Menschen verschiedener Gruppen.
Bosch stellt in Crailsheim Verpackungstechnik für die pharmazeutische Industrie her. Stärken sind die Abfüllung von flüssigen Arzneimitteln. Die Beschützende Werkstätte in Crailsheim arbeitet in den Bereichen Verpackung/ Montage zu. Dieter Bögelein, BW-Standortleiter in Crailsheim: „Bosch ist für uns ein wichtiger Partner“.
Im Bild v.li. Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut, Vorstand der Beschützenden Werkstatte und Kurt Stefan Klaiber, Standortleiter Bosch Crailsheimbei der Einweihung der Glocke.
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