Freudentag in Crailsheim
Fünf Jahre in der neuen Werkstätte
Angenehme Arbeitsplätze und ein erholsamer Ruhebereich im Innenhof: In den freundlichen Räumen der Beschützenden Werkstätte in Crailsheim arbeiten Menschen mit Behinderung besonders gerne. Und die fünf Jahre seit der Einweihung des Neubaus in der Roßfelderstraße am 23. Juni 2006 sind wie im Fluge vergangen. Dieter Bögelein, seit 2008 Standortleiter: „Wir haben das gute Gefühl, dass wir schon immer hier sind.“

Hier sind der Arbeitsbereich mit 152 Mitarbeitern mit Behinderung aus den ehemaligen Werkstätten Tempelhof und Flügelau und 35 angestellten Mitarbeitern, der Berufsbildungsbereich mit 12 Mitarbeitern sowie der Förder- und Betreuungsbereich mit 28 Betreuten unter einem Dach. Bögelein: „Es war für alle sicher anfangs eine Umstellung, aber auch eine interessante Aufgabe, sich an den Zusammenschluss der beiden Standorte zu gewöhnen und dazu beizutragen, dass sich zwei Werkstätten zu einer Einheit verbinden. Diese Aufgabe wurde von allen sehr gut gemeistert.“ „Die neue Werkstatt in Crailsheim wurde sehr gut angenommen. Sie ist inzwischen überbelegt und es erfolgt eine Erweiterung“ informiert Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut, geschäftsführender Vorstand der Beschützenden Werkstätte.
Die Hälfte der Mitarbeiter wohnen zu Hause und kommen täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrdiensten zu ihrem Arbeitsplatz. Die Anderen wohnen in den Wohnangeboten der Beschützenden Werkstätte in Crailsheim und Umgebung. An modernen Maschinen werden in der zertifizierten Werkstatt Aufträge bearbeitet für regionale Firmen wie Alcan, Bosch, BTE BiegeTechnik, Engel, groninger, HBC-radiomatic, Heibi, HAINBUCH, hera Laborsysteme, Invatec, Maas Gruppe, RecaNorm, Schott & Meissner, Voith Turbo, Werner & Pfleiderer, Würth, Würth Solar und andere in den Bereichen Metall- und -verarbeitung, Verpackung, Montage, Dienstleistung und Küche. Bereichsleiter Klaus Schmitt: „Neben unseren Mitarbeitern sind die Kunden unsere wichtigsten Partner.“ „Bei uns sind modernste Techniken zuhause – und Menschen mit Behinderung, die sie an hochwertigen Arbeitsplätzen bedienen“, betont Standortleiter Dieter Bögelein: „Unser Leistungsspektrum reicht von einfachen manuellen Tätigkeiten bis hin zu technisch komplexen Montagen oder CNC-Bearbeitungen. Als verlängerte Werkbank unserer Kunden sind wir Dienstleister in den Räumen der Beschützenden Werkstätte als auch beim Kunden vor Ort.“
Sinnstiftende Arbeit ist für Menschen mit Behinderung besonders wichtig, weiß Pfarrer i.E. Hans-Christoph Ketelhut. Eine Besonderheit ist die Außenarbeitsgruppe bei der Engel-Brauerei. BW-Mitarbeiter sind dort mit festen Aufgaben in den allgemeinen Produktionsablauf integriert. Im Berufsbildungsbereich werden Menschen mit Behinderung durch die Vermittlung fachspezifischen Kenntnissen und Fähigkeiten gezielt auf das Arbeitsleben vorbereitet. In Crailsheim findet das in den Bereichen Metall, Verpackung, Montage, Holz, Einkaufstraining, Kochen, Fahrtraining und weiteren statt. Der Ambulante Berufsbildungsbereich begleitet zum Beispiel Mitarbeiter und Firmen mit Außenarbeitsplätzen.
Der Kontakt nach außen wird in Crailsheim auch auf andere Weise gepflegt. Sozialprojekte mit Schülern finden regelmäßig statt. Herausragend auch im optischen Sinne war die Zusammenarbeit mit Bosch-Auszubildenden, die im Mai 2010 im Innenhof zusammen mit BW-Mitarbeitern eine drei Meter hohe und etwa 400 Kilogramm schwere Glockenturm-Edelstahlkonstruktion aufgebaut haben. Täglich läutet sie zur Andacht.
Die Beschützende Werkstätte bietet in Crailsheim wie an ihren anderen Standorten in der Region Heilbronn-Franken jungen Menschen vielfältige Möglichkeiten Einblick ins Berufsleben und Orientierung zu gewinnen. Als Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) oder FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) ein spannendes Jahr in der Beschützenden Werkstätte zu erleben, ist eine tolle Chance. In den Bereichen Arbeit, Bildung und Wohnen gibt es vielfältige Möglichkeiten, eigene Fähigkeiten einzusetzen oder zu entdecken. Berufsmöglichkeiten mit Zukunftsperspektive und eine enge Zusammenarbeit mit Menschen kennenzulernen. Das sind wertvolle Erfahrungen für die eigene Lebensplanung aber auch für die Menschen in der Beschützenden Werkstätte.
38 Jahre in Crailsheim „In guten Händen“
1967 15.11. Eröffnung der Beschützenden Werkstätte Heilbronn.
1973 23.02. Werkstätte Crailsheim mit 65 Arbeitsplätzen
1983 07.09. Werkstätte Tempelhof
1983 19.09. Wohnheim Crailsheim
1985 16.09. Wohnheim Tempelhof
2005 30.03. Offene Angebote Crailsheim: Umzug vom Tempelhof nach Crailsheim Stadt.
2006 18.01. Wohnhaus Crailsheim Am Volksfestplatz 4
2006 19.06. Auftaktveranstaltung „Miteinander in Crailsheim“
2006 23.06. Neue Werkstatt Crailsheim Roßfelder Straße 52/3
2007 26.02. Wohnhaus Crailsheim In den Riedwiesen 27
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